Frontalkollisionen vermeiden: So bleiben Autofahrende auf engen und kurvigen Strassen sicher
Auf Berg- und Landstrassen treffen häufig enge Kurven, Steigungen und eingeschränkte Sichtverhältnisse aufeinander. Besonders gefährlich wird es, wenn ein Fahrzeug seine Fahrbahnhälfte verlässt und in den Gegenverkehr gerät. Eine angepasste Geschwindigkeit, die richtige Fahrlinie und genügend seitlicher Abstand schaffen wichtige Sicherheitsreserven.
1. Die richtige Geschwindigkeit vor der Kurve wählen
Wer auf eine Kurve zufährt, sollte die Geschwindigkeit bereits vor dem Einlenken anpassen. Wie schnell eine Kurve sicher befahren werden kann, hängt unter anderem vom Kurvenradius, der Fahrbahnbreite, dem Strassenzustand und der Sicht ab.
Auf Sicht fahren: Gemäss den Schweizer Verkehrsregeln muss die Geschwindigkeit so gewählt werden, dass innerhalb der überblickbaren Strecke angehalten werden kann. Wo das Kreuzen schwierig ist, muss innerhalb der halben überblickbaren Strecke angehalten werden können.
Auch wenn die signalisierte Höchstgeschwindigkeit eingehalten wird, kann das Tempo für eine bestimmte Kurve oder bei schlechten Verhältnissen zu hoch sein. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist kein Zielwert, der unabhängig von den Umständen ausgeschöpft werden sollte.
2. Abstand zur Fahrbahnmitte und zum Gegenverkehr halten
Eine saubere Fahrlinie ist besonders wichtig, wenn die Strasse schmal und unübersichtlich ist. Wer eine Kurve schneidet, kann unvermittelt auf die Fahrbahn entgegenkommender Fahrzeuge geraten.
Kurven nicht schneiden: Bleiben Sie innerhalb Ihrer Fahrbahnhälfte und halten Sie einen angemessenen seitlichen Abstand zur Fahrbahnmitte. Auch der Abstand zum Strassenrand muss sicher gewählt werden.
Mit breiten Fahrzeugen rechnen: Auf Bergstrassen können auch Lastwagen, Busse und landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs sein. Reduzieren Sie bei engen Begegnungen die Geschwindigkeit rechtzeitig und halten Sie nötigenfalls an.
Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) weist darauf hin, dass beim Kreuzen stets ausreichend Abstand einzuhalten ist. Welche Distanz notwendig ist, hängt von den konkreten Verkehrs- und Strassenverhältnissen ab.
3. Ablenkung, Müdigkeit und schlechte Sicht ernst nehmen
Schon eine kurze Unaufmerksamkeit kann dazu führen, dass ein Fahrzeug von seiner vorgesehenen Fahrlinie abweicht. Gerade bei Gegenverkehr bleibt oft wenig Zeit, um eine gefährliche Situation zu korrigieren.
Mobiltelefon nicht bedienen: Programmieren Sie die Navigation vor dem Losfahren und lassen Sie das Smartphone während der Fahrt möglichst unangetastet. Auch kurze Blicke auf das Display können vom Verkehrsgeschehen ablenken.
Müdigkeit erkennen: Häufiges Gähnen, schwere Augenlider, Konzentrationsprobleme oder Schwierigkeiten, die Spur zu halten, sind Warnzeichen. Halten Sie bei solchen Anzeichen an einer sicheren Stelle an und legen Sie eine ausreichende Pause ein.
Bei Regen, Nebel oder tief stehender Sonne ist zusätzliche Vorsicht nötig. Passen Sie das Tempo an, erhöhen Sie die Sicherheitsreserven und vermeiden Sie riskante Überholmanöver.
Gut zu wissen: Bei Tempo 80 legt ein Auto in einer einzigen Sekunde rund 22 Meter zurück. Wer auch nur kurz abgelenkt ist, fährt deshalb bereits eine erhebliche Strecke, ohne den Verkehr vollständig zu beobachten.
Fahrerassistenzsysteme: Ein Spurhalte- oder Spurverlassenswarner kann unter geeigneten Bedingungen auf eine unbeabsichtigte Abweichung aufmerksam machen. Solche Systeme haben jedoch Grenzen, beispielsweise bei fehlenden Fahrbahnmarkierungen oder schwierigen Wetterbedingungen. Sie ersetzen niemals die Aufmerksamkeit der lenkenden Person.
Praktischer Tipp: Merken Sie sich für unbekannte Bergstrassen drei Regeln: Vor der Kurve Tempo reduzieren, genügend Abstand zur Fahrbahnmitte halten und immer mit entgegenkommenden Fahrzeugen rechnen. So bleiben auch bei überraschenden Situationen bessere Handlungsmöglichkeiten.
Weitere Informationen: Tipps zum defensiven Fahren und zur Unfallprävention bietet Polizeinews Prävention.