Telefonbetrug mit falschem Ermittlungsdienst: Polizei fasst mutmasslichen Geldkurier (20)

(Bern BE). Am Freitag konnte in Bern ein Mann angehalten werden, der mutmasslich in einen versuchten Telefonbetrug durch „falsche Polizisten“ involviert war.

Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft. Die Kantonspolizei Bern gibt Tipps zum Schutz vor Telefonbetrug.

Polizei.news | Kanton Bern | Täglich aktuell

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ereignis: Mutmasslicher Telefonbetrug durch „falsche Polizisten“.
  • Ort: Elfenau, Stadt Bern.
  • Datum: Freitag, 30. Oktober 2026.
  • Meldung: Kurz vor 11.45 Uhr.
  • Betroffene: Eine ältere Frau.
  • Betrugsmasche: Angebliche Ermittlungen gegen Bankmitarbeitende und Hacker.
  • Forderung: Bargeld bei der Bank abheben und zur Abholung bereithalten.
  • Festnahme: Ein 20-jähriger mutmasslicher Geldabholer.
  • Verdacht: Mitgliedschaft in einer Bande.
  • Haft: Beschuldigter befindet sich in Untersuchungshaft.
  • Ermittlungen: Kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte.
  • Prävention: Keine Geldübergaben, keine Weitergabe von Zugangsdaten oder Sicherheitscodes.

Am Freitag, 30. Oktober 2026, kurz vor 11.45 Uhr, erhielt die Kantonspolizei Bern die Meldung, dass eine ältere Frau einen verdächtigen Telefonanruf erhalten habe. Ein angeblicher „Ermittlungsdienst“ habe sie am Telefon angewiesen, Geld bei ihrer Bank abzuheben und zur Abholung bereitzustellen. Grund seien Hinweise auf bankinterne Betrüger oder mögliche Hacker, weshalb auch das Vermögen der potenziellen Geschädigten in Gefahr sei und sie als Lockvogel zur Identifizierung der Kriminellen benötigt werde.

Die umgehend aufgebotenen Einsatzkräfte konnten im Zuge der Fahndung in der Elfenau einen Mann anhalten, der kurz davor das Bargeld der Frau abgeholt hatte. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen 20-jährigen Mann, der als Mitglied einer Bande vermutet wird. Er wurde in Untersuchungshaft versetzt und wird sich vor der Justiz verantworten müssen. Weitere Ermittlungen wurden unter der Leitung der kantonalen Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte aufgenommen.

Die Kantonspolizei Bern verzeichnet immer wieder Meldungen zu Telefonbetrug in verschiedensten Formen. In diesem Zusammenhang gibt sie Tipps, um sich, Verwandte und Bekannte zu schützen:

  • Telefonbetrügerinnen und -betrüger sprechen unter Umständen auch Schweizerdeutsch. Seien Sie misstrauisch, wenn vermeintliche Bekannte, Behörden oder Banken Sie dazu bringen wollen, Bargeld abzuheben oder auf angebliche „Sicherheitskonten“ zu überweisen, bzw. Geld oder Wertsachen zu übergeben oder zu deponieren. Ebenfalls verdächtig sind der Kauf von sogenannten Geldwertkarten und die Übermittlung der aufgerubbelten Codes sowie Einzahlungen bei Krypto-Geldautomaten.
  • Beenden Sie ein solches Telefongespräch mittels entsprechender Taste und melden Sie den verdächtigen Anruf einer Vertrauensperson oder der Polizei.
  • Geben Sie am Telefon keine persönlichen Daten, Passwörter oder Angaben zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Banken und Polizei verlangen nie Fernzugriff auf Ihren Computer oder Ihr Mobiltelefon. Nennen Sie bei unvorbereiteten Anrufen niemandem irgendwelche Nummern oder Codes aus erhaltenen SMS oder Computermeldungen.
  • Sprechen Sie in Ihrem Umfeld über telefonische Betrugsarten und geben Sie die Warnung weiter.

 

Quelle: Kantonspolizei Bern / Kantonale Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte
Bildquelle: Kantonspolizei Bern


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Falsche Polizisten, Bankmitarbeitende und Sicherheitskonten: So erkennen Sie die Tricks der Telefonbetrüger

Telefonbetrüger nutzen unterschiedliche Geschichten, um Menschen zu verunsichern und an Geld, Wertsachen oder vertrauliche Daten zu gelangen. Besonders gefährlich sind Anrufe, bei denen sich Kriminelle als Polizei, Staatsanwaltschaft, Bank oder technische Fachpersonen ausgeben. Die Schweizerische Kriminalprävention (SKP), das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und die Schweizer Polizeikorps warnen regelmässig vor solchen Betrugsversuchen. Mit einigen einfachen Verhaltensregeln lässt sich das Risiko erheblich reduzieren.

1. Die Masche mit den falschen Polizisten

Betrüger geben sich am Telefon als Polizeimitarbeitende aus und behaupten beispielsweise, eine Einbrecherbande sei aktiv, bei einer Bank würden kriminelle Angestellte arbeiten oder das Vermögen der angerufenen Person sei akut gefährdet. Häufig erzählen sie von angeblich geheimen Ermittlungen. Die Betroffenen sollen Bargeld abheben, Schmuck bereitlegen oder Bankkarten einer Person übergeben, die später vorbeikommt. In Wirklichkeit handelt es sich um einen Betrugsversuch. Die Polizei fordert Privatpersonen nicht telefonisch auf, ihr Geld zur Sicherung unbekannten Personen auszuhändigen.

2. Warum eine angezeigte Polizeinummer kein Beweis ist

Kriminelle können die auf dem Telefondisplay erscheinende Rufnummer technisch manipulieren. Dieses Verfahren wird als „Spoofing“ bezeichnet. Dadurch kann beispielsweise eine Schweizer Festnetznummer oder sogar eine offiziell wirkende Behördennummer angezeigt werden, obwohl der Anruf von einem ganz anderen Anschluss stammt. Das BACS weist ausdrücklich darauf hin, dass Telefonnummern gefälscht werden können. Deshalb sollte man sich bei einem überraschenden Anruf niemals allein auf die angezeigte Nummer verlassen. Beenden Sie das Gespräch und wählen Sie selbst eine unabhängig recherchierte, offizielle Telefonnummer der betreffenden Stelle.

3. „Sicherheitskonten“ gibt es bei der Polizei nicht

Eine verbreitete Betrugsmasche besteht darin, Geld auf ein angeblich sicheres Bankkonto überweisen zu lassen. Die Anrufenden behaupten, das bisherige Konto sei gehackt worden, Mitarbeitende einer Bank würden Geld stehlen oder die Polizei müsse Vermögenswerte vorübergehend sicherstellen. Tatsächlich kontrollieren die Kriminellen die angegebenen Konten oder organisieren die Abholung von Bargeld. Wer telefonisch aufgefordert wird, Geld auf ein unbekanntes „Sicherheitskonto“ zu übertragen, sollte das Gespräch sofort beenden und die Polizei informieren.

4. Auch Schweizerdeutsch schützt nicht vor Betrug

Telefonbetrüger sprechen keineswegs immer mit einem auffälligen ausländischen Akzent. Sie können sich auf Hochdeutsch, Schweizerdeutsch oder in anderen Landessprachen melden. Manche kennen Namen, Wohnadressen oder weitere persönliche Angaben. Solche Informationen können aus öffentlichen Quellen oder Datenlecks stammen. Dass eine anrufende Person den Namen kennt oder einen vertrauten Dialekt spricht, ist deshalb kein Beweis für ihre Identität. Entscheidend ist vielmehr, was sie verlangt und ob ihre Angaben unabhängig überprüft werden können.

5. Keine Passwörter, SMS-Codes oder Fernzugriffe weitergeben

Bei modernen Telefonbetrugsmaschen geht es nicht immer nur um Bargeld. Kriminelle versuchen auch, Zugang zu Onlinebanking, Mobiltelefonen oder Computern zu erhalten. Sie fordern ihre Opfer beispielsweise auf, Fernwartungsprogramme zu installieren oder Einmalcodes aus SMS und Banking-Apps weiterzugeben. Das BACS warnt, dass Betrüger solche Zugriffe und Codes zur Übernahme von Benutzerkonten und zur Auslösung unberechtigter Zahlungen missbrauchen können. Teilen Sie deshalb niemals Passwörter, PINs oder Bestätigungscodes mit unbekannten Anrufenden und gewähren Sie keinen Fernzugriff auf deren Aufforderung.

6. Vorsicht bei Zeitdruck und angeblicher Geheimhaltung

Ein deutliches Warnsignal ist künstlicher Zeitdruck. Betrüger behaupten häufig, Geld müsse sofort abgehoben werden, eine Verhaftung stehe unmittelbar bevor oder das Bankkonto werde in wenigen Minuten gesperrt. Mitunter verlangen sie, dass Betroffene mit niemandem über den Anruf sprechen dürfen, weil angeblich geheime Ermittlungen laufen. Solche Aussagen sollen verhindern, dass die Geschichte überprüft wird. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Beenden Sie das Gespräch und ziehen Sie eine vertraute Person oder die Polizei bei.

7. Was tun, wenn bereits Geld oder Daten übergeben wurden?

Wer bereits Geld überwiesen, Bankkarten ausgehändigt oder Zugangsdaten bekannt gegeben hat, sollte unverzüglich handeln. Informieren Sie die Bank über ihre offizielle Notfallnummer und lassen Sie betroffene Karten oder Zugänge sperren. Bei Überweisungen kann die Bank unter Umständen noch versuchen, eine Zahlung zu stoppen. Wurden Passwörter oder Sicherheitscodes preisgegeben, sollten die betroffenen Zugänge über ein vertrauenswürdiges Gerät gesichert werden. Melden Sie den Vorfall der Polizei. Bewahren Sie vorhandene Telefonnummern, Nachrichten, Zahlungsbelege und weitere Informationen für die Ermittlungen auf. Schämen Sie sich nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen: Kriminelle setzen gezielt auf psychologischen Druck und glaubwürdig wirkende Geschichten.

8. Angehörige und ältere Menschen gezielt sensibilisieren

Gerade bei älteren Menschen können betrügerische Anrufe besonders schwerwiegende finanzielle und emotionale Folgen haben. Sinnvoll ist es, das Thema innerhalb der Familie offen anzusprechen und gemeinsam einfache Regeln zu vereinbaren. Beispielsweise sollte bei ungewöhnlichen Geldforderungen immer zuerst eine vertraute Person kontaktiert werden. Angehörige können helfen, die offiziellen Telefonnummern von Bank und Polizei griffbereit aufzubewahren. Wichtig ist eine respektvolle Aufklärung ohne Vorwürfe. Telefonbetrug kann Menschen jeden Alters treffen.

Gut zu wissen: Auch wenn ein Anruf scheinbar von der Polizei, der Hausbank oder einer bekannten Nummer stammt, kann es sich um einen Betrugsversuch handeln. Besonders verdächtig sind unerwartete Forderungen nach Bargeld, Überweisungen, Bankkarten, Zugangsdaten oder Bestätigungscodes. Die sicherste Kontrolle besteht darin, das Gespräch vollständig zu beenden und die betreffende Organisation über eine selbst gewählte, offizielle Nummer zu kontaktieren.

Praktischer Tipp: Vereinbaren Sie in der Familie eine einfache Sicherheitsregel: Bei einem überraschenden Anruf mit einer Geldforderung wird niemals sofort gehandelt. Stattdessen wird aufgelegt und eine bekannte Vertrauensperson kontaktiert. Notieren Sie die Polizeinummer 117 und die offizielle Sperrnummer Ihrer Bank gut sichtbar beim Telefon. Diese wenigen Vorbereitungen können helfen, finanzielle Schäden zu vermeiden.

Weitere Informationen: Präventionshinweise zu Telefonbetrug, falschen Polizisten und Cyberkriminalität finden Sie auf Polizeinews Prävention.


 

Quelle Infobox: Polizei.news-Redaktion

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